Klettern und Bergsteigen im Zillertal
Die 5 schönsten Gipfel - Peter Habelers Hochtouren
Ihre Namen zergehen Bergfreunden auf der Zunge: Olperer, Großer Möseler, Großer Löffler. Highlights eines an Höhepunkten nicht armen Tales.
Peter Habeler beschreibt hier die schönsten Gipfel seiner Heimat. Jeder Gipfel ein Hochgenuß, jeder Gipfel eine Herausforderung für den Alpinisten, jeder Gipfel eine Belohnung für die Mühen des Aufstiegs.
1. Olperer (3.476 m)
Eine stolze Granitpyramide, die den Zillertaler Hauptkamm im Westen abschließt. Der Aufstieg erfolgt meist über den Nordgrat - von der Wildlahnerscharte aus, wobei die Hintertuxer Gletscherbahn benützt wird.
Durch Vereisung kann die Begehung häufig gefährlich werden, daher unbedingt Seil mitnehmen!
Ebenfalls möglich:
Der Aufstieg von der Olpererhütte über den Südostgrad. Zwar ist die Route etwas leichter, ihr Verlauf jedoch komplizierter. Der Olperer ist einer der schönsten Aussichtsberge der Ostalpen. Für seine Besteigung ist unbedingt Erfahrung im Fels und auf dem Gletscher erforderlich.
Gehzeit 3-4 Stunden.
2. Reichenspitze (3.303 m)
Das Reichenspitzgebiet,
der westliche Abschluss der Zillertaler Alpen, zählt zu den
schönsten Tourengebieten des Zillertales. Kühn und dominant
tront über allem die Reichenspitze.
Zu empfehlen ist die Tour ab der Plauener Hütte. Eine kurze Steilstufe beim Einstieg am Gletscher ist oft sehr eisig und erfordert hohe Aufmerksamkeit. Über den Gletscher geht es weiter zum Grat, der von Westen zum Gipfel führt.
Gehzeit 3-5 Stunden.
3. Großer Möseler
Dieser elegante Firn- und Felsgipfel kann entweder von der Berliner Hütte oder vom Furtschagelhaus aus bestiegen werden. Der Weg von der Berliner Hütte zählt zu den prächtigsten Gletschertouren in den Zillertal Alpen.
Die Gehzeit beträgt 6-8 Stunden.
Deshalb erfordert er eine gute Kondition und große Gletschererfahrung. Die Route führt über Waxeggkees zur östlichen Möselerscharte, südlich wird das Möseler-Massiv gequert und über steiles Blockwerk erklimmt man den Gipfel.
Etwas kürzer, aber ebenso anstrengend ist die Begehung von
der Furtschagl-Hütte aus. Zu Beginn führt ein Steig über
einen Moränenrücken zum Gletscher. Später erreicht
man über eine steile Felsrinne und einen mächtigen Firndom,
der oft gefährlich vereist sein kann, den Gipfel.
Seil, Pickel, Steigeisen sind unbedingt erforderlich.
Gehzeit ca. 5-6 Stunden
4. Großer Löffler (3.376 m)
Ausgangspunkt ist meist
die herrlich gelegene Greizerhütte. Von hier geht es über
das Floitenkees in Richtung Gipfel. Die Gletscherrückgänge
der letzten Jahre haben die Gefahren erhöht.
Häufig droht Steinschlag. Anstiege sollten nur von erfahrenen Alpinisten und von Seilschaften (keine Alleingänger) unternommen werden.
Gehzeit 4-5 Stunden
5. Hochfeiler (3.510 m)
Unser höchster Zillertal Gipfel ist, zumindest von
der Südseite her, am leichtesten von den beschriebenen Gipfeln
zu besteigen. Nachdem man über das Pfitscherjoch die neuerbaute
auf italienischem Staatsgebiet liegende Hochfeilerhütte erreicht
hat, führt der Weg über einen kleinen Steig relativ leicht
zum Hochfeiler Gipfel.
Zu beachten: Aufgrund der Höhe klagen untrainierte Berggeher oft über Kopfschmerzen.
Gehzeit von der Hütte 2-3 Stunden |